Grand Canyon


Vorbereitung

Durch die Wüste

Der Grand Canyon

Rückflug

Flugplanung im Web

Grand Canyon Scenic Tour
September 1998


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Vorbereitung RoutesCessna 182 RG, Cal Aggie Flyers, Davis, CADas gute Flugwetter im Südwesten garantiert über die meiste Zeit des Jahres hohe Aussentemperaturen. Für unseren dreitägigen Streckenflug von der San Francisco Bay Area zum Grand Canyon fällt die Wahl deshalb auf eine Cessna 182 RG. Mit dieser leistungsfähigen Maschine sind wir für "hot and high"-Bedingungen in der Wüste und am Grand Ganyon bestens gerüstet - so macht Fliegen richtig Spass.

Das Fliegen am Grand Canyon bedarf guter Vorbereitung. Der Sichtflugverkehr ist hier in einer besonderen Flugvorschrift, der SFAR-50-2, geregelt, die alle Flugbewegungen unterhalb 14.500 ft MSL betrifft. Durch die zahlreichen kommerziellen Tourflüge ist stets und überall mit hoher Verkehrsdichte zu rechnen, insbesondere auch zwischen Las Vegas und dem Canyon.

Privatpiloten dürfen im Canyon überhaupt nicht fliegen, dies ist kommerziellen Touren vorbehalten. Es sind mehrere Zonen eingerichtet, die unterhalb von 14.500 ft nicht beflogen werden dürfen. Zwischen diesen Flugverbotszonen gibt es Korridore, in denen Flughöhe und -richtung genau festgelegt sind. Zur Navigation ist eine spezielle Karte im Massstab 1:250.000 erforderlich.

Auch Grand Canyon Airport (KGCN) als Reiseziel verdient etwas Aufmerksamkeit. Der Platz liegt auf 6600 ft, etwas Planung bezüglich Leistung und Beladung des Flugzeugs sind notwendig. Da im Sommer die Temperatur durch die starke Sonneneinstrahlung tagsüber kräftig ansteigen kann, ist Vorsicht geboten - Density Altitude!

Las Vegas (links) und der Grand Canyon (blau umrandet)
 
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Durch die Wüste

Vor dem Abflug, Davis, CAAuf Südkurs über dem Sacramento River Delta

Wir verlassen Davis (KEDU) am Vormittag und folgen der Interstate 5 South auf Südostkurs. Unsere erste Etappe führt entlang der Sierra Nevada das ganze San Joaquin Valley hinunter - hinweg über Meilen und Meilen von Farmen und Feldern, vorbei an Stockton, Fresno und Bakersfield.

Südlich von Bakersfield endet das Tal, eine Bergkette verstellt den Weg. Wir übersteigen die Tehachapi Mountains auf 9500 ft. und wenden uns nach Osten. Vor uns breitet sich nun die Mojave-Wüste aus - ein guter Moment, auf dem General Fox Airport (KWJF) bei Lancaster nach 320 NM Mittagspause zu machen und den Flieger aufzutanken. Mittlerweile ist es richtig schön warm - und trocken.

General Fox Airport, Lancaster, CAFinal Approach 24 General Fox Airport, CA

Weiter geht es über die Wüste Richtung Osten - die nächsten 180 NM orientieren wir uns an den Funkfeuern, wir folgen den Signalen von HECTOR und GOFFS auf Kurs 057. Strassen, Ortschaften und andere Landmarken von Menschenhand werden dagegen immer weniger. Dafür bietet die Wüste aus der Luft ein erstaunlich vielfältiges Farbenspiel geologischer Formationen - Landschaft pur.

Final Approach 16 Laughlin Bullhead International Airport

Unser Tagesziel Bullhead City glüht auch am späten Nachmittag bei 105 Fahrenheit in der Wüstensonne. Der Anflug bietet eine Überraschung: inmitten der gelbbraun gefärbten Wüstenlandschaft ein langgezogenes Tal und ein strahlend blauer See - der zum Lake Mohave angestaute Colorado River. Über dem See drehen wir nach Süden zum Landeanflug auf Laughlin Bullhead International Airport (KIFP). Während wir an Höhe verlieren, Fahrwerk und Landeklappen fahren, kommt die zweite Überraschung in Sicht. Das östliche Ufer des Colorado gehört hier zu Arizona, das Westufer liegt erkennbar in Nevada. Vielstöckige Spielcasinos säumen, eins am anderen, die Promenade. Die lärmende Glitzerwelt inmitten der ausgedörrten Landschaft wird angetrieben von einem Grosskraftwerk, dessen Schlot einen braunen Rauchschleier in den klaren Himmel bläst.

Die Landebahn von Laughlin Bullhead International ist mit 7500 ft für Jets ausgelegt, mit denen an den Wochenenden die Spielfreudigen hierher gekarrt werden. Durch die Konkurrenz der Casinos sind die Übernachtungspreise auf beiden Seiten des Flusses akzeptabel. Die Gesamtflugstrecke des ersten Tages: 500 NM.

 
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Grand Canyon

Schon in der Morgendämmerung liegt die Temperatur bei 90 Fahrenheit, die Luft ist papiertrocken. Nachdem wir ein coffee-donut-Frühstück eingenommen haben, geht es im ersten Morgenlicht zum Flugplatz. Wettercheck, Flugplan, Preflight - wir rollen zum Start für unseren grossen Grand-Canyon-Rundflug. Wir wollen zuerst entlang der Nordkante des Canyons bis zum oberen Ende, der Stadt Page am Lake Powell, fliegen.

Quartermaster Canyon und der Colorado RiverFelswände von Marble Canyon, Oberlauf des Grand Canyon

Da die Sonne im Osten noch tief steht und der Frühdunst die Sicht im Gegenlicht einschränkt, fliegen wir von Bullhead City aus erst einmal nach Norden, dem Lauf des Colorado River entgegen. Über Lake Mead drehen wir nordostwärts und folgen unserer Route am Rande des North Rim. Der Grand Canyon durchschneidet ein Plateau, das stellenweise über 7000 ft hoch ist, wir müssen daher wegen der Nationalpark-Flächen auf bis zu 9500 ft steigen. Die schiere Grösse des Canyon ist auch aus der Luft verblüffend, die steil zerklüftete Schlucht ist stellenweise 15 Meilen breit. Der Colorado River hat sich bis zu einer Meile in die Erde gefressen und blinkt gelegentlich tief aus der Schlucht herauf.

Glen Canyon-Staudamm bei PagePage, AZ, und Lake Powell

Wir folgen fast eine Stunde diesem Kurs, bis wir Marble Canyon erreichen und den Colorado River überqueren. Von hier aus wenden wir uns nordwärts nach Page (KPGA), wo wir nach 200 NM Flugstrecke für eine kurze Pause landen. Auch dies macht deutlich, wie gross der Canyon tatsächlich ist - wir sind zwar mit 150 kt unterwegs, der Grand Canyon ist aber über 200 Meilen lang.

Tankstopp in Page, AZ

Das zweite Ziel des Tages liegt auf der Karte nur 80 NM südlich, wir wollen von Page aus auf direktem Weg zum Grand Canyon Airport (KGCN). Wir überqueren den Canyon durch den Zuni-Korridor auf 10.500 ft, und hören schon vor dem ersten Anruf von Grand Canyon, dass wir uns auf etwas Wartezeit einstellen dürfen - die Tower-Frequenz brummt von Positionsmeldungen und Freigaben. Jetzt, gegen Mittag, herrscht dort Hochbetrieb. Tourflieger verschiedenster Grösse starten und landen bald im Minutentakt. Nach unserem initial call werden wir von Grand Canyon Tower in eine üppige Platzrunde geschickt: "Six-zero-one-six Charlie, you're number seven behind a green Cessna. Report traffic in sight."

Anflug auf Grand Canyon Airport von SüdenGrand Canyon Airport, Tusayan, AZ

Grand Canyon ATIS hatte es bereits angekündigt - wir werden vor der Landung kräftig durchgeschüttelt und landen bei 25G30 kt Wind. Starker Wind und kräftige Turbulenzen sind am Canyon häufig, ich vermute, die riesige geologische Formation heizt sich durch die Sonneneinstrahlung so unregelmässig auf. Nach der Landung versorgen wir unseren Flieger und nehmen den Shuttlebus, der jede Stunde ins Grand Canyon Village fährt. Durch die Höhenlage - wir sind immerhin auf 2000 Meter - ist es am Canyon deutlich kühler als in der Wüste und wir sind froh um unsere Windjacken.

Jan Monzer, PilotHerbert Monzer, Navigator

Im Village befinden sich das Besucherzentrum, Kunstgalerien und Läden. Wichtiger ist aber, nachdem wir den Canyon die ganze Zeit aus den verschiedensten Richtungen von oben gesehen haben, dem Naturschauspiel am South Rim in seiner wirklichen Grösse gegenüber zu treten.

Jeder Versuch, den Grand Canyon zu fotografieren, muss eigentlich scheitern. Das Panorama ist so riesig und facettenreich, dass auf Film immer nur Ausschnitte wiedergegeben werden. Den Grand Canyon muss man erleben.

15 Meilen breit und eine Meile tief hat sich der Colorado River in die Erde hineingefressenBlick vom South Rim, Grand Canyon

Wir nehmen uns einige Stunden Zeit, die Landschaft auf uns wirken zu lassen. Am späten Nachmittag sind wir zurück am Flugplatz und bereiten uns auf den Rückflug nach Bullhead City vor. Zwei Stunden später und mit weiteren 150 NM im Logbuch liegen wir wieder bei 105 Fahrenheit im Hotelpool.

 
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Rückflug

Am dritten Tag verlassen wir Bullhead City auf Westkurs - zurück über die Mojave-Wüste. Wir passieren Lancaster und General Fox Airport im Reiseflug auf 10500 ft, und wenden uns nach Überfliegen der Berge ins San Joaquin Valley.

Mojave Desert: Bergkette vor dem Los Angeles BasinMojave Desert: Blick voraus auf Lancaster, CA

Zur Mittagspause landen wir nach 360 NM in Fresno Chandler Airport (KFCH). Der Platz existiert seit den dreissiger Jahren, sehenswert ist das Terminalgebäude von 1937 im Art Deco-Stil mit seinem Restaurant. Es gibt Pancakes für die Crew, und Avgas für den Flieger.

Die letzten 150 NM zurück nach Davis sind gute Routine auf dem Weg nach Hause. Wir haben während dieser drei Tage 13 Stunden in der Luft verbracht und insgesamt 1450 NM zurückgelegt, und dabei eine der spektakulärsten Gegenden der USA aus einer ungewöhnlichen Perspektive kennen gelernt.

 
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Flugplanung im Web Nützliche Web-Seiten für die Streckenflug-Planung in den USA

METAR und TAF-Datenbank weltweit (benötigt ICAO-Codes).
AirNav ist ein absolutes Muss für eine USA-Flugplanung: Flugplatzdaten, Navaids und Treibstoffpreise, dazu Weblinks zu Platzbetreibern und FBOs. Wertvoll auch zur Auswahl von Flugschulen und Vermietern, da Lob und Kritik von Airnav-Nutzern angezeigt werden.
Aktuelle Satellitenbilder aus den USA von der NOAA und der US Navy.

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Jan Monzer 1998